Aufgrund ihrer Schlundschuppen ist der Nektar des Beinwells nur für langrüsselige Bienen-Arten zugänglich.

Er ist eine traditionelle Bauerngartenpflanze. Wegen des hohe Kaliumgehalts und reichlich Stickstoff ist er gut als Mulchmaterial oder zum Ansetzen von Pflanzenjauche.

Beinwell (Symphytum officinale)

Raublattgewächse (Boraginaceae)

Beinwell wird meist 30 bis 60 Zentimeter hoch. Der Wurzelstock besteht aus gedrungenen, purpur-braunen Hauptwurzeln, die bis zu 50 Zentimeter lang werden. Der Stängel ist steif, borstig behaart, fleischig, verästelt. Die ganzrandigen lang bestielten Blätter (bis 20 Zentimeter) sind wechselständig am Stängel angeordnet. Die Blätter sind sehr haarig und beim Anfassen rau, das gilt auch auch für die aufgerollten Blütenknospen.  Die Blattnerven sind zusammengewoben und ähneln dem Knochengewebe. Blütezeit ist von Mitte Mai bis September. Die Blüte ist fünfzählig, sie ist am Grunde verwachsen und teilt sich in fünf Kronzipfel mit kurzen, zurückgekrümmten Zähnen und fünf lanzettlichen Schlundschuppen. Die glockenförmigen Blüten können gelb, violett, blau oder blassgelb sein.

Beinwell findet man an Bachufern, Gewässerrändern, Gräben und in feuchten Wiesen und Gebüschen.

Beinwell enthält Allantoin (entzündungshemmend, regt die Zellbildung an), Gerbstoffe, Schleimstoffe, Cholin (stärkt den Kreislauf, erweitert Gefäße und verbessert die Durchblutung).

Beinwell sollte wegen seiner vermutlich Leber schädigenden Stoffe (Pyrrolizidinalkaloide) in der Küche nur sparsam eingesetzt werden. Die Blätter kann man in ganz jungem Zustand in geringen Mengen anderem Kochgemüse zugeben. Unverarbeitet sind sie etwas haarig. Große Blätter eigenen sich als Hülle für Speisen, die als Päckchen zubereitet werden (Blattrouladen). Die Blüten kann man roh essen oder über Salate streuen.