Der Salbei ist Schulbeispiel für die gegenseitige Anpassung von Blüten und Insekten. Beim Wiesensalbei können nur Bienen und Hummeln den am Grund der Blütenröhre liegenden Nektar erreichen. Wenn sie mit dem Kopf in die Blüte kriechen, klappen die oberen Enden der Staubblätter nach unten und landen auf dem Rücken ihres Besuchers.

Wiesen-Salbei (Salvia pratensis)

Lippenblütler (Lamiaceae)

Der Wiesen-Salbei wird 30 bis 60 Zentimeter hoch und ist häufig verzweigt. Der Stängel ist vierkantig. Die Blätter der Grundrosette sind lang gestielt, herz- bis einförmig und unregelmäßig stumpf gezähnt und runzelig. Die Stängelblätter sind kurz gestielt oder sitzen. Die Blüten stehen in zahlreichen, locker stehenden quirligen Teilblütenständen in den Achseln von kleinen Hochblättern. Die Krone ist 2 bis 2,5 Zentimeter lang, violettblau (seltener rötlich, weiß oder rosa), mit hoher helmartig gewölbter Oberlippe und dereiteiliger Unterlippe. Blütezeit ist von April bis August.

Wiesen-Salbei wächst auf Wegrändern, trockenen Wiesen und Halbtrockenrasen.

Er enthält ätherisches Öl (Thujon), Gerb- und Bitterstoffe, Rosmarinsäure, Flavonoide und Harze.

Junge Blätter und Triebe werden von April bis Juni gesammelt, Blüten zwischen April und August.

Die jungen Blätter dienen als Würzkraut an Salate oder Gemüsegerichte und zur Teebereitung. Aus den Blüten lässt sich blauer Sirup kochen.