Tatsächlich gibt es eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2014, die besagt, dass Wermut ein aromatisierter Wein ist, der mit Alkohol versetzt wurde und dessen charakteristisches Aroma durch Verwendung geeigneter, aus Artemisia-Arten gewonnener Stoffe erzielt wird.

Natürlich wird eine solche Beschreibung dem Wermut ganz und gar nicht gerecht, denn sein fantastisches Aroma erhält er aus dem Zusammenspiel vieler Gewürze, die – je nach Hersteller und Rezept – variieren können. Hier erhaltet ihr meine persönliche Mischung. Wer braunen Zucker oder Honig verwendet, erhält ein Getränk mit einer schönen Bernsteinfarbe.

Wermut sollte einen Alkoholgehalt zwischen 14,5 und 21,9 Volumenprozent haben. Wer dies erreichen möchte, gibt der Mischung noch einen Schuss hochprozentigen Alkohol zu.

Wer dagegen die verdauungsfördernde Wirkung des Bitterkrauts ganz ohne Alkohol genießen möchte, gießt sich lieber eine Tasse Tee auf. Lässt man den Wermut nur ganz kurz ziehen (nicht länger als eine Minute), schmeckt er überraschend leicht und angenehm.

Wermut

Zutaten

  • 0,7 l guter Weißwein
  • 3 frische oder 2 EL getrocknete Wermutblätter
  • 200 g Zucker (weiß oder braun, oder Teile des Zuckers durch Honig ersetzen)
  • 1/4 l Wasser
  • 1 Zimtrinde
  • 5 Gewürznelken
  • 2-3 Sternanis
  • 1 TL Koriander (ganz)
  • 1/2 TL Kardamomsamen (ganz)
  • ein Stück Zitronenschale
  • hochprozentiger Alkohol, zum Beispiel Vodka oder Korn

Den Weißwein in ein weites, gut verschließbares Gefäß füllen und die Wermutblätter (frische Blätter nicht zerkleinern) zufügen. Über Nacht ziehen lassen.

Am nächsten Tag Zucker mit Wasser verrühren, die weiteren Gewürze zugeben und aufkochen. Den Sirup auf kleiner Flamme in 8 bis 10 Minuten dicklich einkochen, danach die Gewürze entfernen.

Die Wermutblätter nun aus dem Wein entfernen und den Gewürz-Sirup zugeben. Bei Bedarf noch hochprozentigen Alkohol zugießen. Der fertige Wermut sollte im Kühlschrank mindestens bis zum nächsten Tag ruhen.