Eine alte und schonende Weise, um Kräuter und Blüten haltbar zu machen, ist das Trocknen. Zerkleinere die Kräuter nicht, denn beim Zerkleinern verlieren die Pflanzen einen großen Teil ihrer Aroma- und Wirkstoffe. Wasche die Kräuter – wenn überhaupt nötig – und trockne sie mithilfe einer Salatschleuder oder durch vorsichtiges Abtupfen. Prüfe die Kräuter schließlich auf unschöne Stellen und entferne diese.

Traditionell: Das Sträußchen

Traditionell ist das Aufhängen als Sträußchen: Binde die Kräutersträuße möglichst klein und locker, damit sie ihre Farbe behalten. Falls Samen herunterfallen können, wie zum Beispiel beim Kümmel, breite ein sauberes Tuch unter die Sträußchen.

Als Alterntive zum Sträußchen habe ich für mich das Netz entdeckt. Ich habe ein Trocknungsnetz gekauft, das eigentlich zum Wäschetrocknen gedacht ist. In einem modularen System kann ich mehrere runde “Lagen” mit 75 Zentimeter Durchmesser untereinanderhängen. Die erhöhten Ränder verhindern, dass schon beim leisesten Windhauch die trockenen Blätter nach unten segeln.

Getrocknet wird im Schatten. Wer einen schlecht isolierten Dachboden hat, darf sich nun ausnahmsweise freuen: Im Sommer herrschen dort gute Bedingungen, um Kräuter zu trocknen; ideal sind Temperaturen von 30 bis 40 Grad Celsius. Nach einigen Tagen sollte die Trocknung abgeschlossen sein. Dann rascheln die Blätter und Stiele lassen sich nicht mehr verbiegen, sondern brechen knackend.

Dörrapparat oder Backofen

Ich habe mir einen Dörrapparat für den Hausgebrauch angeschafft, um bei länger anhaltendem feuchten Wetter trocknen zu können. Es gibt auch Pflanzen, die beim Trocknen zur Schimmelbildung neigen, was ich mit dem Apparat verhindern kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich mit dem Apparat auch Früchte wie Himbeeren, Erdbeeren, Apfel- oder Hagebuttenschalen für Früchtetee trocknen kann.

Wer keinen Dörrapparat besitzt, nutzt seinen Backofen: Dieser wird auf die geringste Stufe eingestellt (nicht höher als 40 Grad). Die Pflanzenteile werden auf einen Rost oder einem Backblech ausgebreitet und kommen in den Ofen. Ein in die Ofentür gesteckter Kochlöffel soll die Feuchtigkeit entweichen lassen. Das Trocknen sollte möglichst schnell gehen, aber dabei die 40 Grad nicht übersteigen.

Aufbewahren

Die Ernte wird nach der Trocknung möglichst sofort abgefüllt. Es eignen sich luftdichte Dosen oder Schraubgläser. Die Behälter werden beschriftet und an einem dunklen, trockenen und möglichst kühlem Ort gelagert.