Alle mitteleuropäischen Weidenröschenarten sind essbar. Das schmalblättrige Weidenröschen erzielt aber im Vergleich die größte Ernte, bietet wertvolle Inhaltsstoffe und kommt in waldreichen Mittelgebirgen oft in Massenbeständen vor.

Schmalblättriges Weidenröschen (Epilobium angustifolium)

Nachtkerzengewächse (Onagraceae)

Das Weidenröschen wächst oft in großen Kolonien. Die Pflanze hat einen aufrechten, kerzenartigen Wuchs und wird bis zu 1,5 Meter hoch. Der Haupttrieb ist nur selten verzweigt. Der runde oder leicht kantige Stängel ist meist kahl und oben rot überlaufen. Die Blätter sind wechselständig angeordnet und wachsen ohne oder nur mit einem sehr kurzen Stiel im unteren Bereich. Sie sind auf der Unterseite bläulich gefärbt. Der Blattnerv in der Mitte der länglich-schmalen (weidenähnlich) Blätter ist hellgrün. Die zwei bis drei Zentimeter breiten violetten Blüten der Kerze im oberen Drittel blühen von unten nach oben durch; auch bei den Früchten bilden sich zuerst die unten stehenden. Sind die bis zu fünf Zentimeter langen Früchte reif, geben sie die Samen mit einem langen Haarschopf frei und sind typische Schirmchenflieger.

Das Schmalblättrige Weidenröschen ist eine Pionierpflanze. Oft kommt oft in Massenbeständen vor, besonders auf Kahlschlagflächen, Waldlichtungen oder Waldschlägen.

Es enthält Flavanoide, Tannine, Provitamin A. Es ist besonders reich an Magnesium und Vitamin C.

Triebspitzen und Blätter sammeln: Mai bis August
Blüten sammeln: Juni bis August

Die Blätter schmecken etwas säuerlich. Beim Schneiden tritt etwas Schleim aus. Der Stängel ist ungenießbar holzig.

Die ersten, elastischen Sprosse können wie Spargel verwendet werden.  Die Blätter des schmalblättrigen Weidenröschens bildeten den „kurulischen Tee“, man fälschte mit ihnen auch Schwarztee. Weidenröschen können gut mit anderem Wildgemüse wie Giersch, Vogelmiere oder Brennnessel kombiniert werden. Die schleimige Konsistenz dient als Bindemittel. Blüten verlieren beim Kochen weitgehend ihre Farbe.