An Gründonnerstag feiern die Christen das letzte Abendmahl von Jesus mit seinen Jüngern, doch der Tag ist auch ein Tag der Sündenvergebung bzw. ein Ablasstag.

Wenigstens das ist klar – denn beim Namen „Gründonnerstag“ scheiden sich die Geister: Für die einen kommt er von „greinen“, was soviel bedeutet wie „weinen“ oder „wehklagen“ und auf den kommenden Leidensweg Jesu verweist. Für andere hängt er zusammen mit der Sündenvergebung, denn den Büßern wurden die Sünden erlassen und sie wurden wieder zu lebendigem, „grünen Holz“. Und wieder andere verweisen auf einen alten Brauch, der mindestens ins 14. Jahrhundert zurückreicht: Am Gründonnerstag wurde grünes Gemüse und grüne Kräuter gegessen. Das passt nicht nur zu den Fastenvorschriften für die Karwoche, sondern auch zur vorchristlichen Vorstellung, dass dadurch die Kraft und Heilwirkung für das ganze Jahr aufgenommen werde.

Volksbräuche gibt es nicht nur zum grünen Gemüse und den Kräutern, sondern auch zur Bestellung von Feld und Garten (ein günstiger Termin für die Aussaat von Erbsen oder Lein); es gibt auch einige Bräuche rund um die „Antlasseier“, den am Gründonnerstag gelegten Eiern.

Für die Neunkräutersuppe sollen neun verschiedene Kräuter verwendet werden. 9 ist eine magische Zahl, eine verstärkte 3. Drei Fragen werden in Märchen und Sagen gestellt, drei Wünsche hat man frei, Gott erscheint in drei Personen. Neun Kräuter werden beim angesächsischen Neunkräutersegen geweiht, das Sonnwendbüschel hat häufig neun Kräuter und das Büschel zu Maria Himmelfahrt mancherorts sogar 99 Pflanzen.

Für die Suppe eignen sich Pflanzen wie Brennnessel, Bärlauch, Brunnenkresse, Gänseblümchen, Giersch, Gundermann, Löwenzahn, Sauerampfer, Schaumkraut, Schafgarbe, Scharbockskraut, Taubnessel oder Wegerich. Wer nicht genügend Kräuter zusammenbekommt, kann auch mit Gartenpflanzen schummeln: Feldsalat, Grünkohl oder Lauch beispielsweise.

Neunkräutersuppe

Zutaten

  • ca. 250 g Kräuter, bestehend aus 9 verschiedenen Kräutern, kleingeschnitten
.
    Hauptsächlich Brennnessel, Giersch oder Spitzwegerich. Aromatische oder bittere Kräuter sollten deutlich weniger genutzt werden.
  • 1 Zwiebel, klein gewürfelt
  • 30 g Butter
  • 40 g Mehl
  • 1 l Brühe
  • 1/2 Becher Sahne
  • Pfeffer

Die Zwiebel wird in der zerlassenen Butter angedünstet, das Mehl kommt hinzu und wird unter Rühren zu einer Mehlschwitze. Langsam mit heißer Brühe aufgießen.

Die Kräuter kommen in die Brühe und ziehen dort etwa zehn Minuten.

Mit Sahne und Pfeffer wird der Geschmack abgerundet, die Suppe nun eventuell püriert.

Als Dekoration eigenen sich Blüten (z. B. Gänseblümchen, Veilchen) oder geröstete Brotwürfel.