Viele unserer Nutzpflanzen – wie Kohl, Meerrettich, Kresse oder Raps – sind Kreuzblütler; daneben gibt es auch bekannte Zierpflanzen.

Kreuzblütler gibt es weltweit, meist sind es Kräuter oder Halbsträucher. Die meisten von ihnen gibt es auf der nördlichen Halbkugel, außerhalb der Tropen. Einheimisch sind 55 Gattungen mit über 200 Arten. Ihr einheitlicher Blütenbau macht es uns relativ leicht, sie zu erkennen.

Kreuzblütler (Brassicaceae)

Beispiele

Blätter – wechselständig
Ihre Blätter sind immer wechselständig. Die Blätter sind ungeteilt oder fiederspaltig sein. Beim Bestimmen hilft es gelegentlich, ein Blatt zwischen den Fingern zu zerreiben und daran zu riechen.

Blüten – erinnern an ein Kreuz
Blütenstand ist immer eine Traube. Oft wächst diese an der Spitze weiter.
Es gibt vier Kelchblätter, die wie in einem Kreuz zusammenstehen. Die Kelchblätter stehen einzeln und sind nicht miteinander verwachsen. Die vier Blütenkronblätter stehen ebenfalls einzeln und überkreuz. Sie sind weiß, gelb, lila, rosa oder blau.Von der Form der Blütenblätter kommt der Familienname der Kreuzblütler. Früher hieß die lateinische Bezeichnung entsprechend Cruciferae.
Es gibt insgesamt sechs Staubblätter, davon sind zwei kürzer als die vier restlichen. Der Fruchtknoten besteht aus zwei miteinander verwachsenen Fruchtblättern. Fast alle Blüten besitzen Nektardrüsen.

Früchte – Schoten und Schötchen
Nach der Befruchtung entwickeln sich die typischen Früchte: Die Schoten (sie sind etwa dreimal so lang wie breit) oder die deutlich kürzeren Schötchen. Da die Fruchtblätter miteinander verwachsen waren, bildet sich in der Mitte der Frucht eine dünne Scheidewand. Entlang dieser entwickeln sich die Samen.

Inhaltsstoffe
Senfölglycoside sind ein typisches Merkmal der Kreuzblütler. Werden die Pflanzenzellen zerstört, wird das Senföl vom Glycosid abgespalten. Das Senföl selbst ist flüchtig, schmeckt scharf und riecht stechend; es ist für den typischen “Kohlgeruch” verantwortlich.
Daneben finden sich auch fettes Öl (z. B. Raps), giftige Herzglycoside (z. B. Goldlack) oder Indigo (z. B. Färberwaid).