Warum eigentlich werden im Herbst eigentlich die Blätter braun und fallen ab? Es ist Herbst – logisch! Aber was passiert eigentlich in der Pflanze genau?

Die Umgebung verändert sich

Die Tage werden kürzer, das merkt die Pflanze ab der Sonnwende am 21. Juni. Sie braucht ihre Energie für ihre Früchte, für ihre Knospen, Wurzeln, Zwiebeln, Rhizome … was auch immer. Der erste Frost zerstört vielleicht schon die erste Zellen. Wenn das Wasser friert, liegt die Wasserversorgung der Pflanze danieder.

Depots werden gefüllt

Die Pflanze zerlegt alles, was nicht mehr gebraucht wird, in ihre wasserlöslichen Bestandteile, um diese einzulagern. So bleiben alle wertvollen Bestandteile erhalten, auch Natrium, Schwefel, Phosphor oder Magnesium. Diese aus ihrer Umgebung zu gewinnen ist für die Pflanze äußerst mühsam, weshalb sie sich diese Arbeit gerne erspart. Alles kommt also in die Depots, zum Beispiel in die Wurzel bei krautigen Pflanzen oder in die Markstrahlen der Bäume. Das Wachstum in den Spitzen und in der Dicke geht zurück, die Kohlenhydratspeicher werden gefüllt. Das heißt Stress für die Pflanze und macht sie anfällig für Krankheiten.

Blätter werden braun

Auch das Chlorophyll wird in seine wasserlöslichen Teile zerlegt und abtransportiert. Da das Chlorophyll die spezifischen Lichtspektren nicht mehr absorbiert, wird die eigentliche Farbe des Blattes sichtbar. Gelbe Farbstoffe (Carontinoide) sorgen für eine gelbe Blattfärbung. Die Blätter bestimmter Arten bilden im Herbst zusätzlich Anthocyane, die uns rote Blätter bescheren. Bäumer und Sträucher bilden eine Verkrustung, eine Korkschicht, und verschließen die Bahnen zum Blatt und kappen so die Energieversorgung.

Ab auf den Recyclinghof

Schließlich ist alles abtransportiert und die Energieversorgung eingestellt. Übrig bleibt ein nutzloses Blattgerüst, das ein Windstoß wegweht. Bliebe das Blatt am Baum drohte womöglich die Schneelast im Winter, ganze Äste abzubrechen. Ist das Blatt aber auf dem Boden angekommen übernehmen Regenwürme, Pilze und Bakterien die Verarbeitung zu Humus.