Hahnenfußgewächse gibt es überall auf der Welt, hauptsächlich kommen sie auf der nördlichen Erdhalbkugel vor. Einheimisch sind etwa 20 Gattungen mit rund 90 Arten, darunter sind viele Gebirgspflanzen, auch ein- oder mehrjährige Kräuter. Sie bevorzugen nasse Standorte. Ihre Erscheinungsweise ist äußerst vielfältig, was ihre Bestimmung nicht einfach macht. Und ungenießbar oder giftig sind fast alle darüber hinaus auch noch …

Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)

Beispiele

Blätter – meist wechselständig
Die Blätter der Hahnenfußgewächse können handförmig geteilt (ähnlich dem Fuß eines Hahns) oder gefiedert sein. Sie sind wechselständig angeordnet (nur die Clematis hat gegenständige Blätter) oder grundständig. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu den Rosengewächsen ist, das Hahnenfußgewächse niemals Nebenblätter besitzen; Rosengewächse dagegen können Nebenblätter haben.
Hochblätter schützen diejenigen Blüten, die selbst keine Kelchblätter besitzen. Oft übernehmen die Hochblätter die Aufgabe so gut, dass man sie gar nicht unbedingt als Hochblätter erkennt.

Blüten – vielgestaltig
Die Blütenform ist äußerst vielgestaltig. Die Blüten stehen einzeln oder in Blütenständen. Sie besitzen 4, 5 oder viele Blütenkronblätter. Ihre Anordnung ist meist radiär und die Blüte in Form einer Scheibenblume angeordnet, die Insekten zur Bestäubung braucht. Allerdings gibt es auch ganz anders gestaltete Blüten, wie beispielsweise beim Rittersporn. Innerhalb der Blüte gibt es keine Verwachsungen und zahlreiche Staubgefäße.
Sind Kelch und Krone bei der Blüte deutlich zu unterscheiden, haben wir eine doppelte Blütenhülle vorliegen (beispielsweise beim Hahnenfuß oder Adonisröschen). In der Regel haben Hahnenfußgewächse jedoch nur eine einfache Blütenhülle, die sich Perigon nennt. Die so genannten Perigonblätter übernehmen eine Schutzfunktion (wie die Kelchblätter) und locken gleichzeitig Bestäuber an (wie die Blütenkronblätter). Zwischen der Blütenhülle und den vielen Staubblättern liegen Honig- oder Nektarblätter. Sie sind wie die Blütenblätter gefärbt. Die Bestäuber werden angelockt durch ein reiches Pollenangebot oder Nektar bzw. werden manche Arten auch durch den Wind bestäubt. Im Unterschied zu den Rosengewächsen können die Blütenblätter auch blau sein.

Früchte
Die entstehenden Früchte sind vielsamige Balgfrüchte oder einsamige Nüsschen.

Inhaltsstoffe – Achtung Gift!
Alle Pflanzenteile enthalten giftige Alkaloide und / oder herzwirksame Glycoside. Die Konzentration der Inhaltsstoffe schwankt stark. Grundsätzlich werden Hahnenfußgewächse daher nicht gegessen, als Tee getrunken oder ähnliches.
Ausnahmen: Scharbockskraut (vor der Blüte), Samen des Schwarzkümmel.

Verwendung
Viele Hahnenfußgewächse sind beliebte Gartenpflanzen.