Gebrauchsanweisung fürs Gärtnern

  • Gabriella Pape
  • Piper Verlag, 2018
  • 207 Seiten
  • 15,00 €

Wer von euch kennt die traumhaften Gärten im Süden Englands? Sissinghurst, Scotney oder Emmets Garden? Die Hamburger Gärtnerin Gabriella Pape kennt sie, denn sie hat sie während ihres jahrelangen Aufenthalts in England studiert. Genauso wie den Enthusiasmus der Briten, wenn es um ihre Gärten geht und den sie mit der den Engländern eigenen Weltanschauung erklärt.

In humorvoller Weise plaudert die Gartengestalterin über das Gärtnern (und Gin-trinkende ältere Ladies, die sie in Fachgespräche verwickeln) und lässt dabei viel Wissen einfließen. Sie erklärt, warum sie die Rosen für überschätzt hält, warum Stauden die Helden des Gartens sind und warum wir den Zeigerpflanzen im Garten Aufmerksamkeit schenken sollten. Auch Rasen, Balkon und Vorgarten kommen dabei nicht zu kurz. Neben zahlreichen witzigen Anekdoten (zum Beispiel über Miss Willmott, der ersten Guerillagärtnerin Großbritanniens im 19. Jahrhundert) hat sie dabei viele, manchmal auch überraschende Tipps parat. Und immer wieder kommt sie auf deutsche und englische Eigenheiten zu sprechen.

Positiv fällt bei allen Ausführungen die Leidenschaft für die Natur auf: Papes Einstellung zu Glyphosat, zum Kompost und zu vertrockneten Stauden als Rückzugsort und Nahrungsquelle für Tiere im Winter machen sie sehr sympathisch (im Gegensatz zu Robin Lane Fox, „Der Englische Gärtner“).

Wer nicht in der Nähe Berlins wohnt und den deshalb die Königliche Gartenakademie nicht interessiert, kann dieses Kapitel getrost überspringen.

Fazit: Ein amüsantes und lehrreiches Lesebuch für alle, die ihre ersten Erfahrungen mit einem Garten bereits gemacht haben – und das Lust macht auf’s eigene Gärtnern!