Als Kinder machten wir uns einen Spaß daraus, die Brennnessel von der nicht brennenden Taubnessel im Selbstversuch zu unterscheiden. Die Blätter können sich tatsächlich ähnlich sehen, doch spätestens wenn die Blüten zu sehen waren, war die Sache klar.

Große Brennnessel (Urtica dioica)

Nesselgewächse (Urticaceae)

Die Große Brennnessel wächst aus einem ausdauernden, kriechenden Wurzelstock. Ihr Stängel sind aufrecht, unverzweigt und vierkantig. Sie wird 30 bis 250 Zentimeter hoch. Stängel und Blätter besitzen kurze Borsten- und langen Brennhaare. Die Wand der flaschenförmigen Brennhaare ist durch Kieselsäure spröde und bricht deshalb bei Berührung ab. Eine scharfkantige Spitze bleibt stehen, die leicht in die Haut eindringen kann. Die dunkelgrünen Blätter sind gekreuzt gegenständig, eiförmig, lang zugespitzt, grob gezähnt. Die unscheinbaren grünlichen Blüten stehen in Rispen in den oberen Blattachseln. Blüte ist von Juni bis Oktober. Die Einzelblüten sind klein, mit vier Blütenblättern.

Man findet die Brennnessel in Wäldern, an Wegrändern, Ufern, Hecken, Schuttplätzen, auf Ödland oder an Grabenrändern. Üppig wächst sie um Ställe oder auf Brachland, wo Pflanzenabfälle oder Kompost deponiert wurden.

Die Brennnessel ist reich an organisch gebundenen Mineralstoffen wie Kalium, Phosphor, Silizium, Magnesium und ganz besonders Kalzium und Eisen. Daneben enthält sie viel Vitamin C, reichlich Vitamin A und E.

Wird die Brennnessel gemäht, treibt sie immer wieder neue zarte Blätter und Triebe. Am Besten pflückt man sie mit Handschuhen. Wird sie nach dem Waschen mit einem Nudelholz gewalkt oder kurz mit heißem Wasser überbrüht, brennen die Brennhaare nicht mehr.

  • Blütter und junge Sprosse sammeln: März bis April. Später pflückt man nur noch die obersten 4 bis 6 Blätter und die Triebspitze.
  • Blüten sammeln: ab Juni
  • Samen sammeln: ab Ende August. Sie schmecken nussig und eignen sich getrocknet wie geröstet als Gewürz.

Junge Blätter und Triebspitzen eignen sich für Tee, zu Suppen oder können als Spinat zubereitet werden. Sie passen auch zu Risotto, Aufläufen, Quiches, Pesto, Pfannkuchenteig oder in Knödeln, Gnocchi oder Nudeln.