BITTERSTOFFE

„Bitter im Mund, dem Magen gesund“, sagt ein altes Sprichwort. Ein anderes sagt: „Medizin muss bitter schmecken“.

Heute gelte bittere Nahrungsmittel als unattraktiv für den Verbraucher. Daher wurden Bitterstoffe aus Pflanzen herausgezüchtet. Eine grüne Paprika, ein Chicorée oder ein Endiviensalat schmeckten vor zwanzig Jahren viel bitterer als heute.

Warum produzieren Pflanzen Bitterstoffe?

Pflanzen schützen sich mithilfe von Bitterstoffen gegen Fressfeinde, also Raupen oder Schnecken, aber auch gegen Bakterien oder Pilze.

Heilkundige rund um die Welt kamen zu denselben Ergebnissen: Bitterstoffe schützen auch den Menschen vor Erregern und Entzündungen. Bitterstoffe sind gut untersucht und ihre Heilwirkung offiziell anerkannt. – Jetzt wird klarer, warum Medizin bitter schmecken muss.

Gut für die Verdauung

Aber auch das Sprichwort mit dem Magen hat seine Berechtigung. Denn Bitterstoffe im Mund regen einen reflektorischen Prozess an, der die Verdauung unterstützt. Die Zunge produziert mehr Speichel, der Magen produziert Magensaft, die Galle mehr Gallenflüssigkeit, die Bauchspeicheldrüse Enzyme, der Darm kurbelt die Motorik an. So wird die gesamte Verdauung gefördert, Fäulnis und Gärungsprozesse beseitigt oder verhindert. Auch bei der Verdauung von Fetten sind die Bitterstoffe hilfreich und sie sollen sogar den Heißhunger auf Süßes bremsen. Nicht zuletzt sind sie eine Facette unseres Geschmackserlebnisses.

In vielen Wildkräutern enthalten

Bitterstoffe kommen in zahlreichen Heil- und Nahrungspflanzen vor. Eine höhere Konzentration finden sich zum Beispiel im Gelben Enzian, der Engelwurz, Benediktenkraut, Gänseblümchen, Hopfen, Schafgarbe, Löwenzahn, Tausendgüldenkraut oder Wermut.

Und wie zu sich nehmen?

Ein bisschen Löwenzahn am Salat, ein Gänseblümchen im Vorbeigehen genascht, der Hopfentee am Abend – all das sind Möglichkeiten, Bitterstoffe ganz unkompliziert zu sich zu nehmen.

Aber auch ein Tee aus Wermut vor dem Essen (nur ganz kurz ziehen lassen) oder ein Bitterschnaps danach unterstützen die Verdauung. – Wohl bekomm’s!

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2020-03-14T15:44:01+01:00
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