Bärlauch ist ein enger Verwandter vieler Kulturpflanzen wie Schnittlauch, Knoblauch, Speisezwiebel und Porree. Der alte gemanische Name “Rams” ist in manchen Gegenden noch üblich.

Bärlauch (Allium ursinum)

Zwiebelgewächse (Alliaceae)

Der Bärlauch ist eine Zwiebelpflanze mit intensivem Knoblauchgeruch; seine Zwiebeln sind lang und schmal. Ab dem zeitigen Frühjahr wachsen aus der Zwiebel ca. 20 Zentimeter hohe, länglich-lanzettlich geformte Blätter. Jede Zwiebel bringt ein kleines Büschel dieser Blätter hervor (häufig zwei Stück). Die Blätter haben deutlich parallele Adern, die Blattunterseite ist matt; die Blätter riechen eindeutig nach Knoblauch. Einige Wochen später erscheinen aus der Mitte auf einem langen dreieckigem Stiel eine oder mehrere Sammelblüten, die zunächst in einer gemeinsamen Hülle verpackt sind. Nach dem Platzen entfalten sich kugelige Scheindolden und die einzelnen weißen, sternförmigen Blüten öffnen sich. Jede Einzelblüte hat sechs meist zugespitzte Blütenblätter. Sie verströmen einen intensiven Knoblauchgeruch. Nach der Blüte reifen die Samen und fallen ab, die Blätter verfärben sich gelb und gehen ein. Im Juni ist oberirdisch von der Pflanze nichts mehr zu sehen.

Bärlauch mag es schattig und feucht; er gedeiht gut auf humusreichem Laubwaldboden.

Bärlauch ist reich an Mineralien und Spurenelementen (Kalium, Mangan, Eisen). Allicin wirkt gegen Bakterien- und Pilzinfektionen. Frische Blätter enthalten reichlich Vitamin C, Lauchöle und Flavonoide. Trocknen ist nicht sinnvoll.

  • Blätter sammeln: März bis Mai. Vor der Blüte haben die Blätter den intensivsten Geschmack
  • Blüten sammeln: Ende April / Mai. Die Knospen schmecken scharf nach Knoblauch und können roh gegessen werden. Der Blütenstängel ist vor dem Aufgehen der Blüte am zartesten und hat eine knackige Konsistenz. Die Blüten schmecken angenehm süßlich-knoblauchartig.
  • Die Früchte erinnern geschmacklich intensiv an Kapern. Unreife Früchte schmecken vorzüglich in Quark oder Salaten.

Beim Sammeln sollte man sich nicht allein auf den Knoblauchduft der Blätter verlassen: Die Finger könnten von vorher angefassten oder zerriebenen Bärlauchblättern den Knoblauchgeruch bereits angenommen haben.

Bärlauch schmeckt als Pesto, falsche Kapern und Würzpaste, in Suppen, Salaten und Quarkspeisen. Gekocht ist der Geschmack der Blätter weniger intensiv. Die Blüten eigenen sich zur Dekoration.

Bärlauch-Butter: Zimmerwarme Butter mit sehr feingehackten frischen Bärlauchblättern, -blüten oder -zwiebeln vermengen. Nach Belieben salzen und einige Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Luftdicht verschließen, damit andere Lebensmittel den Knoblauch-Duft nicht annehmen.