Legenden berichten, der Erzengel Raphael habe die Engelwurz den von den Seuchen geplagten Menschen gebracht. Daher wird sie manchmal auch Erzengelwurz genannt.

Arznei-Engelwurz (Angelica archangelica)

Doldengewächse (Apiaceae)

Die Echte Engelwurz oder Arznei-Engelwurz wird bis zu 2,5 Meter hoch. Ihr Stängel ist rundlich, aufrecht, am Grund armdick. Die Blätter sind aus mehrteiligen Teilblättern zusammengesetzt; die unteren Blätter können bis zu 90 Zentimeter lang werden. Der Blattrand ist grob gezähnt, der Blattstiel rundlich. Die Blütendolde ist grünlich-hell, bis 15 Zentimeter im Durchmesser, mit 20 bis 40 Strahlen, die zottig behaart sind. Blütezeit ist Juli bis August. Die Frucht ist flach, mit deutlichen Rippen und Flügeln.

Man findet die Engelwurz an Ufersäumen.

Sie enthält Bitterstoffe, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Cumarine. Engelwurz kann aufgrund ihrer Furanocumarine die Haut reizen und lichtempfindlich machen.

Blattstängel werden im Juni gesammelt, die Blüten von Juli bis September, die Früchte von August bis September.

Der Grundgeschmack der Engelwurz ist edelbitter bis süßlich. Klein geschnittene Blätter und Blattstiele dienen als Würze, auch in Kräutersalz, -öl und -essig. Die Blattstängel können für eine Nascherei in Schokolade getaucht werden. Die noch in der Blattscheide befindliche Blüte kann auch als Snack zwischendurch gegessen werden. Reife Früchte können getrocknet als Gewürz und Aromageber in Spirituosen, Salz, Öl oder Essig verwendet werden.

Angelikawein: 100 g zerschnittene Wurzeln mit 1 l Weißwein übergießen und etwa 10 Tage stehen lassen. Abfiltern, kühl lagern. Täglich 1 Gläschen vor dem Essen als Verdauungshilfe.